Um die Kosten im Gesundheitssystem stabil halten zu können, dürfe man keinen ruinösen Preiswettbewerb führen, sondern brauche einen Wettbewerb um Qualität und Versorgung, sagte die Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Birgit Fischer, auf dem MCC-Kassengipfel 2010 in Berlin.
08.02.2010 - "Heute folgt das Geld der Leistung beziehungsweise der Leistungsmenge. Ziel muss es sein, dass das Geld dem Erfolg folgt", erklärte Fischer. "Und das muss vertraglich festgehalten werden." Man brauche eine leistungsbezogene Vergütung für eine erreichte Qualität.
Diese Qualität müsse künftig durch die Kassen ermittelt, bewertet und vertraglich vereinbart werden können. "Das geht nur in enger Abstimmung mit den Ärzten", sagte Fischer. Bislang machen Selektivverträge neun Prozent der gesamten Leistungsausgaben der Barmer GEK aus, insbesondere im Bereich der Arznei- und Hilfsmitteln.
Hausarztverträge nach § 73b SGB V erklärte Fischer für kontraproduktiv: "Es kann nicht sein, dass man nur mit dem Hausärzteverband nach dem Motto ‚Friss oder stirb‘ verhandeln kann." Eine Abstimmung zwischen Hausärzten und Fachärzten würde dadurch konterkariert und neue Schnittstellen würden aufgebaut.
Die aktuell von verschiedenen Krankenkassen erhobenen Zusatzbeiträge bezeichnete Fischer als eine feste Säule im System der GKV-Finanzierung, die von der Politik so vorgesehen gewesen sei. "Zusatzbeiträge sind in diesem System alternativlos. Jeder, der behauptet, auf Zusatzbeiträge verzichten zu können, streut den Menschen Sand in die Augen."
Bleiben Sie automatisch auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter.
Wir sind stets auf der Suche nach neuen, interessanten Produktideen für den Fachbuchbereich Medizin, Zahnmedizin und Sozialrecht und -politik. Gemeinsam setzen wir Ideen in schlüssige Konzepte und marktfähige Produkte um.