Kritik an Honorar-Berechnungen

Von Januar bis Juni 2009, im ersten Halbjahr nach der jüngsten Honorarreform für alle Vertragsärzte und -psychotherapeuten, hat sich die Honorarsumme um 924 Millionen Euro auf 15,47 Milliarden Euro erhöht (+ 6,4 Prozent).

05.03.2010 - Das ergab der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum. Das durchschnittliche Honorar je Arzt erhöhte sich im ersten Halbjahr 2009 (ohne Labor) um 9,7 Prozent. "Es gibt Gewinner und Verlierer", heißt es jedoch in der Auswertung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

So erzielten elf KVen überdurchschnittliche Zuwächse, darunter Sachsen-Anhalt (17,4 Prozent), Niedersachsen (17,1 Prozent) und Hamburg (15,1 Prozent). Dagegen mussten Baden-Württemberg und Bayern ein Minus von 4,1 beziehungsweise 0,5 Prozent verkraften. Die Daten belegen, dass es nicht nur auf der Ebene der KVen Gewinner und Verlierer gibt, sondern jeweils auch bei den Arztgruppen und sogar innerhalb einer Arztgruppe.

Einzelne KVen haben die Honorardaten als falsch kritisiert. Sie beruhten teilweise auf Schätzungen, die nicht zuträfen, hieß es. Stellenweise orientierten sich die Angaben auch an ausgezahlten Honoraren, die man quasi auf Pump überwiesen habe. Hintergrund: Die KVen müssen für sogenannte freie Leistungen Geld zurückstellen, weil diese im Rahmen der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung ohne Mengenbegrenzung zu festen Preisen vergütet werden. Reichen die dafür einbehaltenen Gelder aber nicht aus, sinken in den Folgequartalen die Gelder, die für die Regelleistungsvolumen zur Verfügung stehen.


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